Kurze Prozesse https://www.kurze-prozesse.de Das BPM-Blog * Mon, 17 Feb 2020 11:43:57 +0000 de-DE hourly 1 Warten auf das nächste große Ding im Prozessmanagement? https://www.kurze-prozesse.de/2020/02/17/warten-auf-das-naechste-grosse-ding-im-prozessmanagement/ https://www.kurze-prozesse.de/2020/02/17/warten-auf-das-naechste-grosse-ding-im-prozessmanagement/#respond Mon, 17 Feb 2020 11:42:37 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7219

Seit kurzem kann bei BPTrends die neueste Ausgabe der Studie zum Stand des Prozessmanagements heruntergeladen werden. Sie erscheint alle zwei Jahre. Die insgesamt 129 Teilnehmer stammen aus der ganzen Welt, mit den Schwerpunkten Nordamerika und Europa. Da sie über die Website von BPTrends gewonnen wurden, dürfte es sich vorwiegend um Menschen handeln, die sich beruflich mit dem Thema Prozessmanagement befassen oder speziell dafür interessieren.

Als Grundtendenz stellte sich heraus, dass viele Unternehmen sich in der einen oder anderen Weise mit ihren Prozessen befassen – allerdings mit wesentlich weniger Enthusiasmus und weniger Engagement der Führungskräfte, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Größere Prozessinitiativen, so die Beobachtung der Studien-Autoren, scheinen meist dann gestartet zu werden, wenn es einen Hype gibt, wie dies zu Zeiten der „Business Reengineering“-Welle, dem Aufkommen von ERP-Systemen oder später BPM-Systemen zur Prozessautomatisierung der Fall war. Anschließend flaut das Interesse wieder ab, und die Arbeit an den Prozessen wird den operativen Managern überlassen. Harmon und Garcia vermuten, dass man auf das „nächste große Ding“ im Prozessmanagement warten müsse, damit das Interesse wieder geweckt werde.

Der Begriff „Prozess“ erfährt momentan wesentlich weniger Aufmerksamkeit als die „Digitale Transformation“, wobei viele Initiativen zur Digitalisierung nichts anderes als seien als umfangreiche Projekte zur Prozessoptimierung mit Hilfe von IT und Automatisierung. Somit dürften viele Prozessmanagement-Initiativen unter einer anderen, derzeit beliebteren Überschrift laufen.

Andererseits sieht die Mehrzahl der Befragten (70%) nach wie vor Kostenreduktionen und Produktivitätssteigerungen als Hauptziele des Prozessmanagements. Nicht einmal halb so viele Teilnehmer (30%) nannten als Zielsetzung, neuartige Produkte zu schaffen oder neue Geschäftsfelder zu erschließen. Ebenfalls nur 30% streben eine höhere Kundenzufriedenheit an. Nach wie vor scheint das Prozessmanagement also vorrangig eine Innensicht mit Blick auf Effizienzsteigerungen zu verfolgen, als aktiv Innovationen zu unterstützen.

Auch der Einsatz von Prozessmanagement-Tools wurde untersucht. So setzen 70% der Befragten bereits Tools zur Prozessmodellierung ein, die restlichen planen dies im Laufe der nächsten 12 Monate. Allerdings ist nur gut die Hälfte der Anwender mit ihrem Tool zufrieden. Als größter Nutzen des Tooleinsatzes wird die Verbesserung der Zusammenarbeit empfunden.

Leider wurden die Tool-Kategorien und ihre Funktionalitäten in den Fragen nicht klar differenziert. So tauchen im Zusammenhang mit Werkzeugen zur „Modellierung der Prozessänderungs-Bemühungen“ Funktionen wie Prozessausführung und -monitoring auf. Es wird also nicht eindeutig zwischen Tools zur reinen Modellierung und solchen zur Automatisierung unterschieden, und es ist anzunehmen, dass die Studienteilnehmer verschiedene Vorstellungen mit den verwendeten Bezeichnungen der Softwarewerkzeuge verbinden. Dies schmälert den Erkenntnisgewinn aus der Studie.


Paul Harmon, Jorge Garcia:
The State of Business Process Management 2020
Download auf www.bptrends.com (Registrierung erforderlich)

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2020/02/17/warten-auf-das-naechste-grosse-ding-im-prozessmanagement/feed/ 0
Wie erreicht man die Akzeptanz von Geschäftsprozessen? https://www.kurze-prozesse.de/2020/01/27/wie-erreicht-man-die-akzeptanz-von-geschaeftsprozessen/ https://www.kurze-prozesse.de/2020/01/27/wie-erreicht-man-die-akzeptanz-von-geschaeftsprozessen/#respond Mon, 27 Jan 2020 09:16:04 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7179

Geschäftsprozesse, die von den Beteiligten nicht akzeptiert werden, werden nicht so durchgeführt, wie sie eigentlich festgelegt wurden – oder sie werden gleich gar nicht durchgeführt. Die vorliegende Veröffentlichung einer Dissertation an der Technischen Universität Ilmenau befasst sich mit der Frage, wovon Prozessakzeptanz abhängt.

In vielen Unternehmen lässt sich die Beobachtung machen, dass Prozesse nicht nach Vorschrift durchgeführt werden. Vielfach haben die Mitarbeiter „Workarounds“ geschaffen, mit denen die offiziellen Prozesse umgangen werden. Nicht immer muss dies zu schlechteren Ergebnissen führen. Manchmal haben die Mitarbeiter auch bessere Wege zum Erreichen des Prozessziels gefunden.

Wer die Wahl hat, verzichtet unter Umständen komplett darauf, einen Prozess durchzuführen, den er nicht akzeptiert. So gab es früher bei der Billigfluglinie EasyJet freie Sitzplatzwahl. Dies war bei den Kunden recht unbeliebt, weshalb auf ein System mit fester Platzbuchung umgestellt wurde. Obwohl der Boarding-Prozess nun längerte dauerte, wurde das neue Verfahren besser akzeptiert, da man beim Einsteigen weniger Stress hat und sich nicht mehr mit Mitreisenden abstimmen muss, um z. B. zusammenliegende Sitzplätze für die Familie zu bekommen. Die Umstellung auf einen besser akzeptierten Prozess führte in diesem Fall zu höheren Erträgen für das Unternehmen.

Wovon hängt es ab, ob ein Prozess gut akzeptiert wird? Zur Beantwortung dieser Frage wurden zunächst Interviews mit Prozesseignern und Prozessbeteiligten durchgeführt. Die Interviewpartner nannten eine Vielzahl von Faktoren, die wichtig für eine hohe Prozessakzeptanz sind. Manche dieser Faktoren sind offensichtlich, werden jedoch viel zu selten berücksichtigt, konstatiert der Autor. So wird oftmals nicht ausreichend kommuniziert, warum Prozesse geändert werden und wie die neuen Prozesse aussehen.

Zur genaueren Untersuchung führte Müllerleile mehrere Experimente durch. Bei einem dieser Experimente mussten die Probanden zwei unterschiedliche Prozesse zum Laden eines Elektrofahrzeugs durchführen und miteinander vergleichen: Kabelgebundenes Laden und induktives Laden. Beim induktiven Laden ist kein Kabel erforderlich, aber man muss das Fahrzeug zentimetergenau über eine im Boden eingelassene Induktionsspule positionieren. Die Teilnehmer präferierten deutlich den induktiven Ladeprozess. Es kommt also nicht nur auf das Ergebnis an, sondern auch sehr stark auf den Prozess, der zu diesem Ergebnis führt. Eine höhere Prozessakzeptanz kann daher insgesamt zu einer höheren Kundenzufriedenheit führen – bzw. bei unternehmensinternen Prozessen zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit. Die Untersuchung der Prozessakzeptanz liefert auch Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten.

Für weitere Experimente wurden Teilnehmer einer Crowdsourcing-Plattform beauftragt, verschiedene Szenarien zur Einführung, Änderung und Durchführung von Prozessen zu lesen und anhand von Fragebögen zu bewerten. Leider gab es hier nur wenig signifikante Ergebnisse. Es stellte sich aber beispielsweise heraus, dass ältere Teilnehmer wohlstrukturierte Prozesse höher schätzen als jüngere. Misstrauisch eingestellte Personen gewinnen Vertrauen, wenn es klar definierte Prozesse gibt. Individualisten hingegen wünschen sich hohe Freiheitsgrade bei der Prozessausführung.

Die Experimente auf der Crowdsourcing-Plattform litten möglicherweise darunter, dass die Teilnehmer lediglich Prozessbeschreibungen zu lesen bekamen, aber nicht tatsächlich Prozesse durchführen mussten. Dies könnte man erreichen, indem man mit Hilfe eines Business-Process-Management-Systems einen Workflow bereitstellt, den die weltweit verteilten Teilnehmern über das Internet bearbeiten können. Der Autor hat eine entsprechende Software-Architektur konzipiert, die für künftige Experimente genutzt werden kann.

Dass die Akzeptanz seitens der Mitarbeiter ganz zentral für jeden Geschäftsprozess ist, dürfte auf breite Zustimmung stoßen. Um so erstaunlicher, dass dieses Thema bisher wenig systematisch erforscht wurde. Und auch die Durchführung von echten Experimenten ist im Kontext des Geschäftsprozessmanagements noch relativ selten. Von daher wären weitere Arbeiten in die von Müllerleile eingeschlagene Richtung wünschenswert.


Thomas Müllerleile:
Prozessakzeptanz: Theoretische und empirische Untersuchung der Akzeptanz und Ablehnung betrieblicher Prozesse.
Springer 2019
Das Buch bei amazon.

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2020/01/27/wie-erreicht-man-die-akzeptanz-von-geschaeftsprozessen/feed/ 0
Gartner sieht breites Anwendungsspektrum für Process Mining https://www.kurze-prozesse.de/2019/11/13/gartner-sieht-breites-anwendungsspektrum-fuer-process-mining/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/11/13/gartner-sieht-breites-anwendungsspektrum-fuer-process-mining/#respond Wed, 13 Nov 2019 09:34:10 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7156 Process Mining-Tools helfen herauszufinden, wie die Prozesse im Unternehmen ablaufen. Hierzu werten sie Ereignis-Protokolle aus den verschiedenen eingesetzten Anwendungssystemen aus. Im Gegensatz zu manuell erstellten Prozessmodellen, die das – nicht immer richtige – Verständnis der beteiligten Experten wiedergeben, lässt sich mit Hilfe von Process Mining der tatsächliche Prozessablauf aus vielen einzelnen Prozessinstanzen rekonstruieren.

In ihrem „Market Guide for Process Mining“ haben die Analysten der Firma Gartner fünf typische Anwendungsfälle herausgearbeitet:

  1. Prozessverbesserungen mit Hilfe von Algorithmen zur Identifizierung und Analyse der Prozesse
  2. Verbesserte Auditierungen und Compliance durch Vergleich und Valdierung der tatsächlichen Abläufe mit den vorgegebenen Prozessen
  3. Verbesserte Prozessautomatisierung durch die Identifikation von Automatisierungspotenzialen
  4. Unterstützung der digitalen Transformation durch die Verbindung von Strategie und operativer Ebene
  5. Verbesserte Nutzung von IT-Ressourcen durch die Analyse von IT-Prozessen

Bislang wird Process Mining vor allem für die Prozessidentifikation und die Analyse als Grundlage für die Verbesserung interner Abläufe eingesetzt. Gartner sieht jedoch Potenziale für ein wesentlich breiteres Anwendungsspektrum in den weiteren genannten Anwendungsfällen. Insbesondere sollte auch das Zusammenspiel mit externen Partnern einbezogen werden. Ein solches „Customer Journey Mining“ könne dazu verwendet werden, die internen Prozesse besser mit Customer Journeys abzustimmen.

Neben einer kompakten Einführung in das Thema an sich und einer Einschätzung künftiger Entwicklungen stellt der Report insgesamt 19 Process Mining-Anbieter kurz vor, ohne diese jedoch im Detail zu bewerten.

Link zum Download bei Signavio (Registrierung erforderlich)

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/11/13/gartner-sieht-breites-anwendungsspektrum-fuer-process-mining/feed/ 0
BARC analysiert den noch jungen RPA-Markt https://www.kurze-prozesse.de/2019/10/18/barc-analysiert-den-noch-jungen-rpa-markt/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/10/18/barc-analysiert-den-noch-jungen-rpa-markt/#comments Fri, 18 Oct 2019 10:37:21 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7142 Die Analysten der Firma BARC haben den Markt für Robotic Process Automation (RPA) in Deutschland analysiert. Unter den zehn untersuchten Anbietern finden sich sowohl einige lokale Player als auch internationale Hersteller, die den hiesigen Markt adressieren. Bei den meisten handelt es sich um reine RPA-Spezialisten. Generalisierte Anbieter umfassender Softwareplattformen haben nur selten eigene RPA-Funktionalitäten im Portfolio. Häufig gehen sie Partnerschaften mit RPA-Spezialisten ein. Eine hohe Nachfrage führt zu einem starken Wachstums des noch jungen Markts.

Vor allem drei Eigenschaften begründen laut BARC das große Interesse an RPA:

  1. Entlastung der Mitarbeiter durch die Übernahme standardisierter Aufgaben
  2. Unabhängigkeit von Programmier-Schnittstellen, da die Roboter über die User-Interfaces mit den IT-Systemen kommunizieren.
  3. Weitgehende Unabhängigkeit von der IT, da Fachanwender die Roboter bis zu einem gewissen Grad selbst administrieren können.

Nicht jedes der untersuchten Systeme erfüllt diese Erwartungen in gleichem Maße. So verfügen einige nicht über die Möglichkeit, die Roboter mittels Aufzeichnung von Benutzeraktivitäten zu konfigurieren. Zum Teil sind die Konfigurationswerkzeuge wenig intuitiv, was es Fachanwendern schwer machen dürfte, die Roboter ohne Unterstützung durch die IT-Abteilung anzulernen. Nicht zuletzt sollte man die Preismodelle genau ansehen. Teilweise werden Pay-per-Use-Modelle verwendet, die bei starker Nutzung die Kosten in die Höhe treiben können.

Der Report kann hier über die Webseite des RPA-Anbieters Kofax heruntergeladen werden (Angabe von Kontaktdaten erforderlich).

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/10/18/barc-analysiert-den-noch-jungen-rpa-markt/feed/ 1
6. Auflage des Praxishandbuchs BPMN https://www.kurze-prozesse.de/2019/07/15/verlosung-der-brandneuen-6-auflage-des-praxishandbuchs-bpmn/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/07/15/verlosung-der-brandneuen-6-auflage-des-praxishandbuchs-bpmn/#respond Mon, 15 Jul 2019 09:44:46 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7109

Es ist noch gar nicht lange her seit der fünften Auflage des Praxishandbuchs BPMN. Und so stellt sich die Frage, welche Inhalte beibehalten wurden und was sich geändert hat.

Die gute Nachricht für Besitzer der vorangehenden Auflage: Sie müssen ihr Buchexemplar nicht entsorgen, denn die wesentlichen Inhalte sind gleich geblieben. So finden sich die Einführungen in die BPMN als Prozessmodellierungsnotation und die DMN zur Modellierung von Entscheidungslogik ebenso wieder wie das camunda-Framework und die Kapitel zur Prozessautomatisierung und zur BPMN-Einführung im Unternehmen.

Die auffälligste Änderung ist, dass die Beschreibung der CMMN wieder entfernt wurde, die zusammen mit der DMN erst in der vorangegangen Auflage aufgenommen worden war. CMMN („Case Management Model and Notation“) ist ein Standard zur Modellierung flexibler, schwach strukturierter Fallbearbeitungen. Wie die Autoren festgestellt haben, stieß CMMN jedoch in der Praxis auf zu wenig Akzeptanz. So war es nur konsequent, diese Notation wieder aus dem Buch zu streichen.

Im Gegenzug wurden einige Beispiele zur Modellierung von Flexibilität mit Hilfe von BPMN aufgenommen.

Als weiteres neues Thema wird der Zusammenhang zwischen ausführbaren Prozessen und Microservices diskutiert. Microservices kapseln einzelne fachliche Funktionalitäten und verfügen über einen kompletten Technologie-Stack. Eine zentrale, übergeordnete Prozesssteuerung widerspricht dem Prinzip der unabhängigen Microservices. Moderne Process Engines bieten daher die Möglichkeit, dass jeder Microservice eine eigene, eingebettete Process Engine nutzt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Modellierung der Ausführungsebene: Anstelle von monolithischen Prozessmodellen werden die Prozesse der einzelnen Microservices separat modelliert. Aufrufe anderer Microservices können als Service-Tasks abgebildet werden.

Die Firma camunda verlost drei Exemplare des Buchs an Leser dieses Blogs. Zur Teilnahme einfach bis zum 26.7. eine Mail an info@kurze-prozesse.de schicken. Beantworten Sie darin die folgende Frage: Wofür steht die Abkürzung „DMN“?

Ihre Daten werden ausschließlich für die Verlosung genutzt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Update: Vielen Dank an alle Teilnehmer an der Verlosung! Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner! Die Bücher sollten unterwegs sein.


Jakob Freund, Bernd Rücker:
Praxishandbuch BPMN. Mit Einführung in DMN.
6. Auflage, Hanser 2019
Das Buch bei amazon.

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/07/15/verlosung-der-brandneuen-6-auflage-des-praxishandbuchs-bpmn/feed/ 0
Kompakte Einführung in das Prozessmanagement https://www.kurze-prozesse.de/2019/06/16/kompakte-einfuehrung-in-das-prozessmanagement/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/06/16/kompakte-einfuehrung-in-das-prozessmanagement/#respond Sun, 16 Jun 2019 09:20:09 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7085

Das Thema Prozessmanagement ist nicht neu. Die Herausforderungen der digitalen Transformation machen es heute aber wichtiger denn je, sich mit den Abläufen im Unternehmen auseinanderzusetzen. Traditionell funktionale Aufbauorganisationen sind nicht schnell und effektiv genug um in einem dynamischen und unsicheren Umfeld erfolgreich zu agieren, argumentiert Uwe Feddern in seinem neu erschienenen E-Book. Der beste Weg zur Umsetzung neuer Digitalisierungsstrategien führt über die Prozesse.

Auf nur 63 Seiten gelingt es dem Autor, alle wesentlichen Aspekte des umfassenden Themengebiets „Prozessmanagement“ gut verständlich zu erläutern. Es wird nicht nur die Frage beantwortet, warum sich Unternehmen neu organisieren müssen, sondern auch, was sich durch Prozessorientierung in einem Unternehmen ändert, welche typischen Anlässe es für die Einführung von Prozessmanagement gibt, wie sich die prozessorientierte Organisation gestalten lässt und wie man dabei vorgehen sollte. Schließlich wird das titelgebende Thema Digitalisierung wieder aufgegriffen, und es wird genauer erläutert, warum die digitale Transformation besser gelingt, wenn man sie prozessorientiert angeht. Ein weiteres Thema ist der Einsatz agiler Methoden.

Uwe Feddern ist Mitgründer der auf die Geschäftsprozessberatung spezialisierten Kölner Firma BPM&O. Dort sind auch einige bekannte methodische Ansätze entstanden, wie z. B. die „Prozesssmanagement-Brille“, die die beiden Kreisläufe des strategischen und des operativen Managements miteinander verbinden. Auch sie wird in dem Buch erläutert.

Wer in kurzer Zeit einen fundierten Überblick über das Warum und Wie des Geschäftsprozessmanagements gewinnen möchte, sollte zu dem Buch greifen. Im Gegensatz zu dicken Wälzern eignet sich das kompakte Werk auch gut dazu, seinen Chef von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich mit der Gestaltung der Prozesse auseinanderzusetzen.


Uwe Feddern:
Digitale Transformation prozessorientiert umsetzen.
Ein Leitfaden für den Einstieg in die Prozessorganisation.
Bookboon 2019.
Weitere Infos zum Buch – Wer schnell ist, kann sich ein kostenloses Exemplar sichern!

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/06/16/kompakte-einfuehrung-in-das-prozessmanagement/feed/ 0
Optimierte Abläufe in der Produktion mit IoT und BPMS https://www.kurze-prozesse.de/2019/06/05/optimierte-ablaeufe-in-der-produktion-mit-iot-und-bpms/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/06/05/optimierte-ablaeufe-in-der-produktion-mit-iot-und-bpms/#respond Wed, 05 Jun 2019 16:21:24 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7078 Ein interessanter Ansatz zum Einsatz einer Process Engine im Produktionsbereich wird in diesem Beitrag der Zeitschrift „Informatik Spektrum“ beschrieben. Es wird dargestellt, wie die Bedienung von Anlagen verbessert werden kann, indem Daten und Ereignissen aus dem Internet of Things (IoT) mit einem BPM-System verknüpft werden. Dabei werden die von Anlagenbedienern durchzuführenden Prozesse in BPMN modelliert und durch eine Process Engine gesteuert.

Die Mitarbeiter erhalten Informationen über ihre aktuell durchzuführenden Aufgaben auf Smartwatches. Dabei reagieren die Prozesse auf Ereignissen und Meldungen, die von den Produktionsanlagen erzeugt werden. So kann etwa die Störungsmeldung einer Maschine dazu führen, dass ein bestimmter Prozess gestartet und sofort ein passender Mitarbeiter informiert wird. Ebenso kann innerhalb von laufenden Prozessen auf verschiedene Ereignisse und Produktionsdaten reagiert werden. Hervorzuheben ist, dass der Ansatz auf Standardtechnologien basiert und somit relativ kostengünstig umgesetzt werden kann.

Das Konzept wurde unter anderem in zwei Produktionsanlagen für Wellpappe umgesetzt, wo Reaktionszeiten verkürzt und Ausschuss reduziert werden konnten.

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/06/05/optimierte-ablaeufe-in-der-produktion-mit-iot-und-bpms/feed/ 0
Wie geht digitale Transformation? https://www.kurze-prozesse.de/2019/04/08/wie-geht-digitale-transformation/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/04/08/wie-geht-digitale-transformation/#respond Mon, 08 Apr 2019 11:32:33 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7060

Zwar gibt es keine Standardrezepte für eine erfolgreiche Digitalisierung von Unternehmen, konstatieren die Herausgeber dieses Buchs, doch kann man sich an bewährten Mustern und erfolgreichen Beispielen orientieren. Wer auf der Suche nach Anregungen und Tipps für eigene Digitalisierungsinitiativen ist, dürfte in den insgesamt 25 Beiträgen fündig werden.

Darin wird eine Vielzahl von Themen und Branchen abgedeckt. So geht es nicht nur um neue Geschäftsmodelle, sondern unter anderem auch um digitale Dienstleistungen, Künstliche Intelligenz, Blockchain und 3D-Druck. Dabei werden die Technologien nicht nur beschrieben. Vielmehr wird jeweils erläutert, wie man geeignete Anwendungsmöglichkeiten identifiziert und konkreten Nutzen für das Unternehmen erreicht.

Branchenspezifische Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit Erfolgsfaktoren für Industrie 4.0, Logistik 4.0, Versicherungen und Wissenschaft („Crowd Science“). Vertreten ist auch ein Thema, das viele Europäer weniger auf dem Schirm haben dürften: „Digital-frugale“ Innovationen für Schwellen- und Entwicklungsländer, die mit knappen Ressourcen zurechtkommen müssen, und deren Kunden nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügen. Ein erfolgreiches Beispiel ist der ursprünglich in Kenia eingeführte Handy-basierte Zahlungs-Service „M-Pesa“, den man ohne eigenes Bankkonto nutzen kann.

Bei den konzeptionellen Beiträgen im ersten Teil des Buchs wurde Wert darauf gelegt, jeweils konkrete Empfehlungen herauszuarbeiten. So finden sich in jedem Kapitel Übersichten über Erfolgsfaktoren, Checklisten oder Vorgehensbeschreibungen.

Der zweite Teil enthält eine Reihe von Praxisbeispielen, wie z. B. der Aufbau eines Service zum Management von Fahrzeugflotten oder datenbasierte Entscheidungs- und Planungshilfen für Landwirte. Auch der Fall der in Verruf geratenen Firma „Cambridge Analytica“ wird diskutiert. Sie nutzte Daten aus Facebook-Profilen für Persönlichkeitsanalysen, auf deren Grundlage das Wahlverhalten der betreffenden Personen gezielt beeinflusst werden sollte. Ein erfolgreiches Beispiel hingegen ist die „Start-up-Fabrik“ Rocket Internet, die ein standardisiertes Vorgehensmodell anwendet um neue erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln und Start-up-Unternehmen mit einer hohen Erfolgschance zu gründen.


Oliver Grassmann, Philipp Sutter:
Digitale Transformation gestalten. Geschäftsmodelle, Erfolgsfaktoren, Checklisten.
2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Hanser 2019.
Das Buch auf der Verlagswebseite.
Das Buch bei amazon.

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/04/08/wie-geht-digitale-transformation/feed/ 0
Weg mit den Prozessmodellen? https://www.kurze-prozesse.de/2019/03/19/weg-mit-den-prozessmodellen/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/03/19/weg-mit-den-prozessmodellen/#respond Tue, 19 Mar 2019 10:16:03 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=7035 Vor einigen Tagen stolperte ich über einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Time to Stop Using Business Process Models“ . Diese provokative Aufforderung stammt nicht von irgendwem, sondern von dem recht bekannten BPM-Experten Keith Swenson, der unter anderem bei der Workflow Management Coalition (WFMC) an zahlreichen BPM-Standards mitgewirkt hat. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter viel beachtete Werke zum Thema „Adaptive Case Management“ (ACM).

Der Beitrag war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Blog-Posts mit Auszügen aus einem neuen Buch, das demnächst erscheinen wird. In den bisher erschienenen Posts argumentiert er, dass die heute verwendeten Modelle zu starr sind und daher Veränderungen verhindern. Letztlich sei ein Prozessmodell nicht viel anders als ein Computerprogramm. Einfache grafische Modelle seien zwar leichter verständlich als Computercode, doch ab einer gewissen Größe und Komplexität gehe der Vorteil der Übersichtlichkeit verloren.

Geht es um Abläufe, die zu großen Teilen von Menschen ausgeführt werden, seien die Ablaufdiagramme nicht in der Lage, die subtilen Feinheiten menschlicher Interaktionen zu berücksichtigen. Die Entwicklung der Standardnotation BPMN sei zwar eine gute Idee, doch sei sie zu einseitig auf automatisierte Prozesse ausgerichtet. Menschliche Aufgaben werden genauso wie automatisierte Aktivitäten behandelt.

Details zu der von Swenson entwickelten Alternative „Emergent Synthetic Processes“ wurden in den drei bisher erschienenen Posts noch nicht enthüllt, doch soll wohl für jede Prozessinstanz ein individueller Ablauf möglich sein. Weitere Hinweise finden sich auf der Webseite zum Buch: Es handelt sich um einen dezentralen Ansatz, bei dem die Prozessmodelle zur Laufzeit aus Service-Beschreibungen erzeugt werden.

Man darf gespannt sein auf die weiteren Beiträge und das Erscheinen des Buchs im April.

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/03/19/weg-mit-den-prozessmodellen/feed/ 0
Was Wirtschaftsinformatiker im Zeitalter der Digitalisierung wissen müssen https://www.kurze-prozesse.de/2019/02/27/was-wirtschaftsinformatiker-im-zeitalter-der-digitalisierung-wissen-muessen/ https://www.kurze-prozesse.de/2019/02/27/was-wirtschaftsinformatiker-im-zeitalter-der-digitalisierung-wissen-muessen/#respond Wed, 27 Feb 2019 15:02:10 +0000 https://www.kurze-prozesse.de/?p=6983

Wer ein Standardwerk zur Wirtschaftsinformatik herausgibt, hat es angesichts der rasanten Entwicklungen der IT nicht leicht. Fast alle Teilgebiete sind von raschen Veränderungen betroffen und so müssen viele Kapitel für jede Auflage umfassend bearbeitet werden. Dabei muss abgeschätzt werden, welche neuen Entwicklungen wirklich von Bedeutung sind und bei welchen Innovationen es sich nur um kurzlebige Hypes handelt, die in wenigen Jahren bereits überholt sind.

Den Autoren dieses Grundlagenwerks ist dies auch in der zwölften Auflage gut gelungen, und so erhält der Leser eine fundierte Einführung in alle wichtigen Facetten der Wirtschaftsinformatik, die auf der Höhe der Zeit sind. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Kapitel zur Rolle der Informationstechnik auf dem Weg in die Informationsgesellschaft. Aber auch in den anderen Kapiteln wurden aktuelle Themen aufgenommen, wie beispielsweise das Internet der Dinge, Data-Science oder Blockchain.

Das Werk deckt alle wichtigen Teilgebiete der Wirtschaftsinformatik ab. Im ersten Teil stehen vor allem anwendungsbezogene Themen im Vordergrund, wie Geschäftsprozessmanagement, Modellierung, ERP, Electronic Commerce und Management-Unterstützungssysteme. Die hinteren Kapitel befassen sich mit informationstechnischen Aspekten wie Datenspeicherung, Rechnersystemen und Netzwerken, aber auch dem Management von Informationssystemen und der Informationssicherheit.

Mit insgesamt fast 700 Seiten eignet sich das Buch weniger dazu, komplett von vorne bis hinten durchgelesen zu werden. Man wird es eher dazu verwenden, sich gezielt in einzelne Themenbereiche einzuarbeiten. Was hierfür sehr nützlich ist: Die einzelnen Kapitel sind jeweils abgeschlossen und so geschrieben, dass man zum Verständnis kein spezielles Vorwissen aus anderen Kapiteln benötigt.

Auch die Webseite zum Buch bietet echten Mehrwert. Hier finden sich ein Glossar sowie zahlreiche Wiederholungsfragen und fallbezogene Aufgaben. Die Übungs- und Lehrmaterialien lassen sich auch direkt über QR-Codes im Buch erreichen.


Hansen, Hans Robert; Mendling, Jan; Neumann, Gustaf: Wirtschaftsinformatik. 12. Auflage. Berlin / Boston 2019.
Das Buch bei amazon.

]]>
https://www.kurze-prozesse.de/2019/02/27/was-wirtschaftsinformatiker-im-zeitalter-der-digitalisierung-wissen-muessen/feed/ 0