Forrester untersucht BPM-Plattformen für das Digital Business: Geschwindigkeit ist alles

24. November 2015

Der neueste BPMS-Marktüberblick aus dem Hause Forrester zielt vor allem auf das Potenzial der BPM-Plattformen zur Umsetzung der viel beschworenen Digitalisierung des Business. Im Fokus steht nicht mehr die Effizienzverbesserung operativer Prozesse, sondern die schnelle Umsetzung von Innovationen, die ein verbessertes Kundenerlebnis ermöglichen. Aus diesem Grund prognostizieren die Analysten auch ein deutliches Wachstum des BPM-Marktes. Laut einer Umfrage sehen die meisten Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien als schwierigste Herausforderungen die Qualifikation der Mitarbeiter und den Aufbau geeigneter Prozesse. Bei Letzerem können BPM-Systeme eine wichtige Rolle spielen. Als wichtigste Differenzierungsmerkmale für BPM-Systeme werden die damit mögliche Entwicklungsgeschwindigkeit, leistungsfähige Funktionalitäten zum User Interface Design und das Case Management gesehen.

Mehrfach wird in dem Report das Thema Geschwindigkeit angesprochen. Das herkömmliche Vorgehen zur Prozessoptimierung sei oftmals zu schwerfällig. Zugunsten einer schnellen Umsetzung von Innovationen werde oft auf bekannte Ansätze wie Six Sigma oder die Prozessmodellierung verzichtet. Stattdessen setzten die Unternehmen auf Design Thinking und „Lean Experimentation“ um schnell neue Ideen ausprobieren und weiterentwickeln zu können. BPM-Systeme sollen die erforderliche Geschwindigkeit bei der Anpassung der Prozesse an Digitale Strategien ermöglichen. Hierbei müssen verschiedene Vorgangstypen unterstützt werden, wie strukturierte Workflows, komplett automatisierte Abwicklungen (Straight-Through Processing) und flexibles Fallmanagement. Oftmals kommen diese unterschiedlichen Typen auch gemeinsam innerhalb eines Gesamtprozesses vor. Im Fokus stehen nicht mehr die Back-end-Prozesse, sondern Abläufe im gesamten Unternehmen und auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Hierbei sind verschiedenste Endgeräte und Kanäle zu unterstützen, wie klassische Webseiten, Social Media und auch das Internet of Things (IoT).

In die Untersuchung einbezogen wurden insgesamt zwölf BPMS-Anbieter, wobei der Schwerpunkt auf weltweit tätigen Firmen lag, die umfangreiche Installationen bei Großkonzernen nachweisen können. Insofern ist der Überblick für Unternehmen des deutschsprachigen Raums zwar interessant, aber keineswegs ausreichend, da viele leistungsfähige Anbieter aus Europa komplett durch das Raster fielen. Umgekehrt sind manche der bewerteten Anbieter in Mitteleuropa wenig aktiv. Von den zwölf BPMS-Herstellern der Forrester-Studie beteiligte sich auch nur ein einziger bei der auf den deutschsprachigen Raum fokussierenden BPMS-Studie, die ich dieses Jahr gemeinsam mit BPM&O erstellt habe.


The Forrester Wave: BPM Platforms for Digital Business, Q4 2015
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