Elektronisches BPM-Journal

27. Juni 2008

BPM JournalUnter dem Motto „Prozesse – Menschen – Werkzeuge“ steht das „eJournal zum Thema Business Process Management“ des IT Verlags zum Download bereit. „Innovative Ansätze und Denkanstöße“ verspricht der Herausgeber der neuen Veröffentlichung, die künftig viermal im Jahr erscheinen soll.

Die Veröffentlichung verfügt über keine eigene Redaktion, die Artikel stammen alle von Beratern und Vertretern von IT-Anbietern. Insofern darf man nicht enttäuscht sein, dass die meisten Autoren einen deutlichen Anteil Werbung in eigener Sache in ihre Fachbeiträge eingebaut haben. Einigen wenigen gelingt es, nützliche Informationen zu vermitteln ohne dabei ständig auf ihr eigenes Produkt- und Beratungsangebot hinzuweisen. So beispielsweise ein lesenswerter Beitrag über das Thema Geschäftsprozessmanagement und SOA von Robert Peisl.

Überhaupt nimmt das Thema Business Process Management-Systeme und SOA einen breiten Raum in dem Journal ein. So liefert Stefan Ehrlinger einen Überblick über wichtige Tools und Standards wie XPDL und BPEL. Der BPM-Zug bei Microsoft fährt nach „Oslo“, so die Bezeichnung für die Initiative, unter der Technologien zur Erstellung von „Composite Applications“ zur anwendungsübergreifenden Prozessunterstützung zusammengefasst werden. Leider verliert sich der betreffende Artikel ein wenig in Produkt- und Versionsbezeichungen der verschiedenen aktuellen und künftigen von Microsoft im BPM-Umfeld angebotenen Komponenten.

Weitere Beiträge befassen sich u. a. mit der automatisierten Prozessunterstützung für das Customer Relationship Management oder das IT Provisioning. Etwas konkreter wird es in einem Praxibericht über ein BPM-Projekt bei dem Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer.

Einige Beiträge vertreten eine recht automatisierungslastige Sicht des Themas Geschäftsprozessmanagement. Zitat: „Geschäftsprozessmanagement beginnt mit der Modellierung und Analyse von Geschäftsprozessen, die dann mit entsprechender Software, einer sogenannten Process Engine, automatisiert werden.“ Das spiegelt vielleicht das Wunschdenken eines Process-Engine-Herstellers wieder, wird aber keineswegs dem Prozessmanagement-Gedanken als umfassendes Management-Konzept gerecht, bei dem die Automatisierung mancher Prozesse mittels Process Engines ggf. ein nützlicher Bestandteil sein kann, aber keineswegs eine unverzichtbare Voraussetzung darstellt.

Ganz pfiffig ist die Aufmachung des elektronischen Journals. Die Zeitschrift steht zunächst im Flash-Format zum einfachen Durchblättern zur Verfügung. Zu jedem Artikel findet sich eine kompakte Seite mit der Einleitung und den ersten Abschnitten des Beitrags sowie Web-Links und Informationen über den Autor. Wer den ganzen Artikel lesen will, klickt auf einen Link und bekommt ihn im pdf-Format angezeigt. Alternativ kann man das ganze Heft komplett als pdf herunterladen.

Insgesamt darf man sich von dem kostenlosen eJournal mit starkem Werbefokus auch bei den Fachbeiträgen nicht zuviel erwarten. Wer z. B. Einstiegsartikel in die BPM&SOA-Thematik sucht oder Anregungen zum Vorgehen bei der Auswahl von BPM-Tools sucht, wird durchaus fündig.

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