EAM-Tools erweitern ihren Fokus

14. Oktober 2015

Die meisten Tools für das Enterprise Architecture Management (EAM) haben ihren Fokus in den vergangenen Jahren deutlich erweitert, u. a. in Richtung Strategie und Portfolio Management. In den Bereichen Modellierung, Visualisierung und methodischen Frameworks gibt es kaum noch Differenzierungsmöglichkeiten. Diese Einschätzung findet sich in einer aktuellen Studie der Firma Forrester. Angesichts zunehmender Anforderungen hinsichtlich der Digitalisierung von Unternehmen und einer aktiven Gestaltung der Kundenerfahrung benötigen Enterprise Architekten neue Tools, um mit wichtigen Stakeholdern zusammenzuarbeiten und nützliche Erkenntnisse zu gewinnen.

Waren EAM-Tools ursprünglich darauf ausgerichtet, die Systemlandschaft eines Unternehmens zu dokumentieren, so haben sie sich zwischenzeitlich zu umfangreichen Plattformen weiterentwickelt, die u. a. auch betriebswirtschaftliche Aspekte umfassen (z. B. Kostensimulationen) und andere Aufgaben des IT-Managements unterstützen, insbesondere das Management des IT-Portfolios. Damit geraten sie in Konkurrenz zu strategischen Planungswerkzeugen und Portfolio-Management-Tools. Hersteller solcher Systeme bewegen sich ihrerseits in Richtung Enterprise Architecture Management, teilweise durch Eigenentwicklungen, aber auch durch Firmenübernahmen.

Auf den ersten Blick scheint sich der Funktionsumfang der meisten EA-Tools zu ähneln. Dennoch haben die einzelnen Systeme bestimmte Schwerpunktbereiche, die sie besonders gut abdecken. Von daher empfiehlt Forrester vor der Toolauswahl die eigene Ausrichtung der Enterprise Architecture-Aktivitäten genau zu untersuchen und auch abzuschätzen, in welche Richtung sie sich entwickeln werden. Welche Rolle spielt die Enterprise Architecture auf dem Weg von der Strategie bis zur technischen Ausführung? Welche Informationen werden hierbei von welchen Stakeholdern benötigt?

Da sich die eigenen Enterprise Architecture-Aktivitäten weiterentwickeln dürften, ist eine möglichst flexible Konfigurierbarkeit des ausgewählten Tools von Bedeutung. Zudem sollte ein EA-System Werkzeuge zur Unterstützung in Bereichen wie Digitalisierung des Unternehmens, Customer Experience und Datenanalyse bereitstellen.

Untersucht wurden insgesamt zehn weltweit tätige Anbieter, die u. a. über ein erweiterbares Metamodell verfügen sollten. Die beste Positionierung erreichten dabei die Software AG mit ihrem Tool „Alfabet“ und der britische Anbieter Orbus Software.


G. Barnett:
The Forrester Wave: Enterprise Architecture Management Suites, Q3 2015
Download bei der Software AG

Kategorie: Allgemein, Modellierungstools Kommentieren »

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