EAM als Schlüssel für die Strategieumsetzung

6. November 2012

Nach wie vor wird Enterprise Architecture Management (EAM) vor allem im Zusammenhang mit der IT-Planung gesehen. Zwar ist jedem Unternehmensarchitekten klar wie wichtig die Verknüpfung mit den Zielen und Strategien des Unternehmens ist, doch auf der Agenda des Vorstands steht das Thema eher selten. Im Gegensatz zur überwiegenden Mehrzahl der EA-Veröffentlichungen stellt das englischsprachige Buch Strategic Enterprise Architecture Management die Bedeutung des EAM für das strategische Management in den Fokus. Auch wenn das Bewusstsein für diese strategische Bedeutung noch nicht überall verbreitet sein dürfte, zeigen die Autoren deutlich auf, warum die Unternehmensarchitektur ein Thema für die Vorstandsetage sein muss. EAM wandelt sich zusehends zur Management-Disziplin, die hilft, die Organisation systematisch an den Zielen und der Vision auszurichten. Entsprechend richtet sich das Buch direkt an das Management. Die Thematik wird nicht-technisch und mit einem klaren Bezug zur Praxis der Unternehmensführung dargestellt.

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Als Grundlage diente eine Reihe wissenschaftlicher Fallstudien bei zumeist größeren Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, wie z. B. Finanzwesen, öffentliche Verwaltung, Industrie und Handel. Die beteiligten Firmen wenden verschiedene Methoden an und verfolgen mit ihren EAM-Initiativen unterschiedliche Ziele. Dennoch konnten die Autoren einige Erfolgsfaktoren und Best Practices herauskristallisieren.

Zu diesen Erfolgsfaktoren gehören u. a. die zielorientierte Wiederverwendung und Weiterentwicklung vorhandener Geschäftsfähigkeiten und ein holistischer Ansatz, der Business-Anforderungen und Technologie integriert. Und natürlich muss die IT-Landschaft konsistent mit der Unternehmensstrategie sein. Schließlich sollte das EAM ein gemeinsames Modell für den zukünftigen Zielzustand des Unternehmens liefern, das als Grundlage für das Veränderungsmanagement dient.

Die Autoren stammen von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers und der EBS Business School. Sie wagen die Prognose, dass EAM in einigen Jahren einen festen Platz in der Vorstandsagenda einnehmen wird. Strategie-Entwicklung, taktische Planung und operative Umsetzung werden ihrer Meinung nach enger miteinander verknüpft sein. Schließlich gehen sie davon aus, dass sich die Bezeichnung für das Thema ändern wird. Um die Schlüsselrolle des EAM für die Strategieumsetzung zu betonen schlagen sie „Strategy to Execution“ oder „S2E“ vor.

Der Aufbau des Buchs orientiert sich an den folgenden Bausteinen einer erfolgreichen EAM-Initiative:

  • EAM als Inhalt der Vorstandsagenda
  • EAM Governance und Organisation
  • Integration mit der strategischen Planung
  • Integration mit dem Projektlebenszyklus
  • Integration mit Operation und Monitoring
  • EA Modellierung, Framework und Tools
  • EAM-Einführung und organisatorisches Veränderungsmanagement

Jeder Baustein wird in einem eigenen Kapitel beschrieben, wobei auch das Zusammenspiel mit den anderen Bausteinen erläutert wird. Trotz des wissenschaftlichen Hintergrunds hat das Buch einen hohen Praxisbezug und ist daher gut für das Management geeignet. Hierzu tragen nicht nur die konkreten Handlungsempfehlungen bei, sondern auch Fallbeispiele aus den untersuchten Unternehmen – auch wenn man diese vielleicht etwas ausführlicher darstellen könnte.

Eine Frage bleibt noch offen: Wie bringt man die Manager, die mit dem Thema noch nichts anfangen können, dazu, dieses Buch zu lesen und sich intensiver mit der Thematik zu beschäftigen? Vielleicht können es ja vor allem Unternehmensarchitekten nutzen um ihre Vorständen zu sensibilisieren.


Ahlemann, F., Stettiner, E., Messerschmidt M., Legner, Ch. (Hrsg.):
Strategic Enterprise Architecture Management
Challenges, Best Practices and Future Developments
Springer 2012
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