BPMN – Markenfluss

Im Folgenden wird der Markenfluss für einige ganz einfache BPMN-Modelle gezeigt.

Das erste Beispiel ist ein linearer Sequenzfluss. Wenn der Prozess gestartet wird, erzeugt das Startereignis eine neue Marke, die durch den Prozess fließt. Eine Marke repräsentiert jeweils eine Prozessinstanz. In diesem Beispiel bezieht sich eine Prozessinstanz jeweils auf einen Auftrag (Order).

Wenn eine Marke einen Task (Arbeitsschritt) erreicht, wird dieser ausgeführt. Dies wird hier dadurch dargestellt, dass die Marke im rechten oberen Eck des Tasks angezeigt wird. Erreicht eine Marke das Endereignis, so wird sie entfernt.

Im zweiten Beispiel wurde ein exklusiver Gateway eingebaut. Kommt eine Marke am exklusiven Gateway an, so werden die Bedingungen an den Ausgängen überprüft. Die Marke fließt dorthin, wo die Bedingung zutrifft. Ist der Auftrag okay (oben), so werden die Waren anschließend bereitgestellt und versandt. Ist der Auftrag nicht okay (unten), so wird der Auftrag abgelehnt. Bei einem verzweigenden exklusiven Gateway sollte immer genau eine Bedingung zutreffen.

Nun wird ein weiterer exklusiver Gateway ergänzt, der die beiden exklusiven Pfade zusammenführt. Jede eingehende Marke wird einfach zum ausgehenden Sequenzfluss weitergeleitet. Ob Waren versandt oder der Auftrag abgelehnt wurde – in beiden Fällen wird der Auftrag am Ende archiviert.

Wie das nächste Beispiel zeigt, kann ein Gateway auch mehr als zwei Ausgänge haben. Im vorliegenden Fall werden die oberen beiden Pfade durch den mittleren Gateway zusammengeführt, bevor die Zusammenführung mit dem unteren Pfad erfolgt.

Natürlich kann ein zusammenführender Gateway auch mehr als zwei Eingänge haben. In diesem Beispiel ist es jedoch inhaltlich sinnvoller, zunächst die oberen Pfade zusammenzuführen. In beiden Fällen, ob der Auftrag okay oder teilweise okay ist, müssen Waren bereitgestellt und versandt werden. Falls der Auftrag vollständig okay ist, muss der Kunde aber nicht gesondert informiert werden.

Nun noch einmal dasselbe Beispiel. Diesmal ist der untere Ausgang des verzweigenden Gateway als Default- oder Standard-Ausgang gekennzeichnet. Dieser wird automatisch gewählt, wenn keine der Bedingungen an den anderen Ausgängen zutrifft.

Mit Hilfe der exklusiven Gateways kann man eine Schleife modellieren. Falls der Auftrag unvollständig (incomplete) ist, fließt die Marke am verzweigenden Gateway zum Task „Complement order“ (Ergänze Auftrag). Anschließend fließt sie zu „Check order“, d. h. der Auftrag wird erneut geprüft. Da der Auftrag nach wie vor unvollständig sein kann, kann die Marke die Schleife mehrfach durchlaufen.

Zweiter Teil: Exklusive Verzweigungen und Zusammenführungen ohne Gateways