Überblick zum Thema Enterprise Architecture Management

23. August 2010

Das Thema Enterprise Architecture Management (EAM) ist einigermaßen unübersichtlich. Zahlreiche Veröffentlichungen und Frameworks setzen ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Bettina Schwarzer schafft mit ihrer Einführung in das Enterprise Architecture Management den erforderlichen Durchblick, um die verschiedenen Ansätze beurteilen und einordnen zu können.

Hierfür werden zunächst die grundlegenden Begriffe und Konzepte erklärt. Enterprise Architecture wird hierbei als umfassender Ansatz zur Strukturierung und Dokumentation aller wesentlichen Aspekte des Geschäfts und der IT verstanden. Schwarzer stellt die wichtigsten Veröffentlichungen zu dem Thema aus Praxis und Wissenschaft vor.

Zu den aus der Praxis entstandenen Frameworks gehören das Zachmann Framework, TOGAF und FEAF. Ihren Urspung in der Wissenschaft haben die ganzheitliche Informationssystemarchitektur (ISA) von Krcmar und ARIS von Scheer. Neben diesen Frameworks werden auch Vorgehensmodelle, Toolübersichten, Praxisberichte und empirische Ansätze dargestellt. Die umfangreiche Literaturauswertung (das Literaturverzeichnis umfasst insgesamt 38 Seiten) bildet auch die Grundlage für die weiteren Ausführungen des Buchs.

Warum beschäftigen sich Unternehmen mit EAM? Wesentliche interne Treiber sind die Forderung nach der besseren Ausrichtung der IT am Geschäft (Business/IT-Alignment) und der Wunsch nach einer höheren Effizienz und Qualität der IT. Hinzu kommen externe Treiber, wie z. B. Compliance-Anforderungen und Unternehmenszusammenschlüsse. Wesentliche Nutzenpotenziale sind u. a. die Senkung der IT-Kosten, die Verbesserung der IT-Reaktionsfähigkeit und des Risikomanagements, aber auch eine erhöhte Unternehmens- und Prozessflexibilität. Kosten-Nutzen-Betrachtungen sind insbesondere für langfristig angestrebte Ziele relativ schwierig, ggf. empfehlen sich Pilotprojekte mit bereits kurzfristig realisierbaren Vorteilen, um Entscheidungsträger zu überzeugen.

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der erfolgreichen Einführung und Etablierung von EAM im Unternehmen sowie verschiedenen Entwicklungsstufen und Reifegraden. Es wird eine Methode für ein Architektur-Review vorgestellt, mit der sich der Status Quo feststellen und Handlungsempfehlungen entwickeln lassen. Schließlich werden Empfehlungen zum internen Verkaufen der EAM-Initiative und zur Überzeugung der Mitarbeiter gegeben.

Trotz der zahlreichen Literaturverweise ist das Buch gut lesbar und auch für Einsteiger und Praktiker geeignet, die sich einen kompetenten und vollstängigen Überblick über das Thema verschaffen wollen.


Bettina Schwarzer:
Einführung in das Enterprise Architecture Management.
Verstehen – Planen – Umsetzen.
BoD, Norderstedt 2009.
Das Buch bei amazon.

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